Archiv für den Monat April 2014

Aufklärende Funde

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Heute am frühen Nachmittag kam Malin mit einem dicken Ordner zu ihren Freundinnen.

„Schaut mal, ich habe die Briefe von Elin gefunden, die sie mir letztes Jahr aus dem Internat geschickt hat. Irgendwie habe ich mich erinnert, daß sie da was geschrieben hat, was das Geheimnis um den unbekannten Gast lösen könnte. Habt Ihr Interesse, dann lese ich Euch den vor.“

Natürlich sind die beiden anderen sehr neugierig, aber zunächst müssen erst mal einige andere Briefe bewundert werden. Elin schrieb zwar nicht oft, aber wenn dann ausführlich, auch mit Zeichnungen, Buchzitaten usw. Und Elin hat für einen Teenager interssante Vorlieben wie man auch gleich sehen wird.

Als alles ausführlich bewundert war, begann Malin, den einen Brief vorzulesen.

Liebe Malin,

schon wieder sind vier Wochen rum seit meinem letzten Brief, aber dieses Halbjahr ist so spannend. Wie ich Dir ja in einem der vorherigen Briefe schrieb, mußten wir alle uns für mindestens eine Projektgruppe entscheiden, die wir zusätzlich zum normalen Pensum besuchen müssen und aus deren Themenbereich wir am Ende ein Referat halten müssen. Die Plätze sind teilweise begrenzt und in einigen Fächern hieß es schnell sein. Leider bin ich in Französisch nicht mehr reingekommen, ich glaube das liegt daran, das Madame Dubois Anabelle vorzieht und deshalb als letztes ihre … Freundin mit rein durfte. Aber in Englisch hat es geklappt, und die Lehrerin Muriel Morgenstern ist supernett und die Gruppe hat viel Spaß gemacht.

Mrs. Morgenstern war schwanger und eigentlich hätte es klappen sollen, daß sie erst in Mutterschutz nach den Referaten geht. Aber es kam zu Komplikationen (zum Glück ist alles gut gegangen wie wir inzwischen wissen) und auf einmal stand die Gruppe ohne Tutorin da. Da stand dann auf einmal  Aliénor Neville vor uns. Sie ist keine Lehrerin, wohl eine Freundin von Mrs. Morgenstern und ist einfach für sie eingesprungen. Sie hat in Mediävistik abgeschlossen und das paßte sehr gut, denn das letztes Thema der Projektgruppe vor den Referaten war Shakespeares Dramen. Große Lust hatte keiner von uns darauf, aber Aliénor (wir dürfen sie beim Vornamen nennen) hat es so toll angefangen, daß sich von zehn Teilnehmern tatsächlich acht dafür entschieden haben, ihr Referat zu einem Thema aus dem Bereich zu halten. Auf mein Referat habe ich übrigens eine 2+ bekommen.

Aliénor ist eine ganz Liebe, sie spricht sogar deutsch. Ihr Vater ist Professor für englische und französische Mediävistik (wie Aliénor, nur das sie noch keinen Professor hat) und arbeitet als Dozent in Oxford. Ihre Mutter ist Französin und hat ihren Lebensmittelpunkt in Südfrankreich. Die Eltern sind aber nicht getrennt sondern pendeln fleißig.

Wenn ich in den Ferien die fünf Wochen nach England gehe, darf ich Aliénor wenn es klappt in Oxford besuchen.

[…]

Malin hat dann noch erzählt, daß Elin bei diesem Aufenthalt in England große Schwierigkeiten mit der Gastfamilie hatte und das Programm deshalb abbrechen mußte, was ihr so große Probleme in der Schule gemacht hat, daß sie das Internat inzwischen verlassen hat und jetzt hier weiter zur Schule gehen will, das Ziel ist … Mediävistik. Und das, obwohl Aliénor und ihre sehr netten Eltern Elin die restlichen drei Wochen nach Oxford eingeladen haben und sie dort extrem viel gelernt hat, sogar eine Vorlesung von Aliénors Vater durfte sie besuchen und bei einem kleinen Projekt an seinem College mitmachen.

Eins hat Malin auf jeden Fall erreicht: Teresa und Tera sind nun extrem gespannt und voller Vorfreude auf Elin und ihre Freundin.

Aufregung auf dem weißen Sofa

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Seit ein paar Tagen herrscht auf dem weißen Sofa aufgeregtes Getuschel…

Teresa: „Was war das denn am Samstag? Bianca kommt heim mit zwei Mädels und am Montag sind sie schon verschwunden, ohne das sie uns vorgestellt wurden?“

Tera: „Ich habe mich auch gewundert. Wer war das bloß.“

Malin: „Ein bißchen kann ich Euch helfen. Eine der beiden ist meine kleine Schwester Elin. Sie ist im Haus von Biancas Eltern verschwunden und endlich wiedergefunden worden. Bei der zweiten Person handelt es sich aber um eine Unbekannte. Bianca hat keine Ahnung, wo sie herkommt, sie hat aber was von London und der Cote d’Azur gehört. Beiden ist wohl gemein, daß sie ein wenig gelitten haben und deshalb ganz schnell nach Berlin in Violetts magischen Salon wollten weil sie sich so nicht zeigen mögen. Auf jeden Fall bin ich auch schon sehr gespannt.“

Tera: „Das erklärt einiges und Deine Erzählung macht neugierig.“

Teresa: „Hm…“ Sie dreht sich um. „Du-hu, Bianca… Glaubst Du, daß Du den beiden was nettes zum Anziehen nadeln kannst? Und ob wir dann auch was neues haben könnten. Tera braucht doch auch was…“

Tera: „Oh ja, bitte.“ Sie setzt den absoluten Welpenblick auf. „Ich möchte endlich was schönes haben und nicht dieses Kunstfaserfummel. Bitte bitte bitte.“

Dicker Seufzer aus dem off… „Ok Mädels, ich werde schauen was ich tun kann.“